Nachlese zum 3. Autorenstammtisch: „AutorInnenskills: Wie kann ich mein Potential besser ausschöpfen“ 4. Oktober 2017 – Veröffentlicht in: Neuigkeiten – Tags: , , , ,

Nach der Sommerpause luden myMorawa und Goldegg-Training am vergangenen Montag zum 3. Autorenstammtisch zum Thema „AutorInnenskills: Wie kann ich mein Potential besser ausschöpfen“. Die Gäste des Café Goldeggs, die sich mitten im Buchentstehungsprozess befinden, bereits ein Buch veröffentlicht haben oder sogar schon am nächsten arbeiten, wurden dazu angehalten, die eigenen Fähigkeiten kritisch zu bewerten und sich selbst zu reflektieren.

Lea Szeiler und Elmar Weixlbaumer erläuterten Schritt für Schritt die Qualitätskriterien, die ein erfolgreiches Buch ausmachen. Angefangen von inhaltlichen Faktoren, über das äußere Erscheinungsbild bis hin zur Vermarktung und Disziplin konnten die Besucher wieder viele wertvolle Impulse mit nach Hause nehmen. Ziel des Abends war es, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und diese mit einfachen Mitteln zu optimieren.

Gleich zu Beginn wurde wiederholt auf die Wichtigkeit eines guten Lektorats hingewiesen und die Unterschiede zu einem Korrektorat erklärt. Für Letzteres gibt es gute und weniger gute Programme. Papyrus ist derzeit eines der besten Programme für SchriftstellerInnen. Es ermöglicht über eine sinngemäße Korrektur hinaus, auch eine Textanalyse, eine Kapitel- und Zeitorganisation, eine Personendatenbank sowie die Entwicklung von Figuren, Schauplätze und Szenen. Ein Großteil der Rechtschreib-, Flüchtigkeits- und Sinnfehler kann damit vermieden werden. Doch ein fachgerechtes Lektorat, bei dem sich jemand in die Geschichte hineindenkt, auf den roten Faden Acht gibt und Logikfehler berücksichtigt, kann dadurch auf keinen Fall ersetzt werden! Im Normalfall beurteilen LektorInnen anhand von wenigen Seiten aus dem Buchmittelteil den anfallenden Arbeitsaufwand.

Wer mit den klassischen Verlagstitel konkurrieren will, sollte auf keinem Fall am Coverdesign sparen! Ein einfacher Vergleich hilft, um zu sehen ob das Cover hier mithalten kann. Dazu einfach in eine Buchhandlung gehen und beim jeweiligen Genre einen Ausdruck vom eigenen Cover gegen eines aus dem Regal halten. Wer nicht mit dem Ergebnis zufrieden ist, sollte mit einem erfahrenen Grafiker zusammenarbeiten. Diese gestalten oft schon ab € 250,- tolle Buchumschläge! Bei Sachbüchern oder Büchern, die für berufliche Zwecke eingesetzt werden, lohnt es sich auch den Grafiker mit dem Satzspiegel zu betreuen. Einrückungen, Kapitel, Hervorhebungen und Bilder werden perfekt zusammengestellt.

An diesem Punkt wird klar: Wer mehr als ein Buch schreiben möchte, sollte über ein entsprechendes Team verfügen, mit dem es sich gut zusammenarbeiten lässt, das schnell reagieren kann und die notwendige Expertise aufweist. Gute gemeinte Ratschläge aus dem Familien- bzw. Freundeskreis sollten mit Vorsicht angenommen werden.

Auch der Buchtitel will wohl überlegt sein und sollte nach Möglichkeit (vor allem bei Sach- und Fachbüchern) mit einem Untertitel für mehr Information vorweg sorgen. Beim Titel empfiehlt es sich auf emotionale Begriffe zurückzugreifen und diese im Untertitel rational zu erklären.

Spätestens jetzt drehen InteressentInnen das Buch um und suchen nur noch nach der Bestätigung Ihrer Kaufabsicht im Klappentext. Dieser sollte, neben einer kurzen Inhaltsbeschreibung, die Argumente und den Nutzen des Buches erklären. Dem Leser muss klar vermittelt werden, warum er dieses Buch kaufen soll. Oftmals liegt es am unzureichenden Klappentext, dass Bücher wieder zurück in das Regal wandern.

Bei den Marketing- und Vertriebsaktivitäten scheitert es oft einfach an der Disziplin einzelner Self-Publishing AutorInnen. myMorawa und Goldegg-Training empfehlen daher, sich auf drei Maßnahmen pro Tag zu fokussieren und diese kontinuierlich zu verfolgen. Sei es nun eine Lesung zu planen, ein Facebook-Posting zu erstellen oder Kooperationspartner zu kontaktieren. Dabei hilft es, sich schon während des Buch-Schreibens, Personas für seine Zielgruppe zu erstellen. Genauso, wie die Protagonisten entwickelt und beschrieben werden, können auch die LeserInnen charakterisiert werden. Demographische Merkmale (Alter, Geschlecht, Wohnort) in Zusammenhang mit Interessen, Hobbies und Beruf geben Aufschluss darüber, wo ich meine Zielgruppe finde und wie ich sie anspreche.

Das Resümee des 3. Autorenstammtisches war: Self-Publishing war noch nie so einfach wie heute und bietet mittlerweile eine Menge an Zusatzdiensten, die mit wenig Aufwand und geringen Kosten in Anspruch genommen werden können.

myMorawa und Goldegg-Training freuen sich, Sie bereits zum nächsten Autorenstammtisch zum Thema „Exposé“ am Montag, den 4.12.2017 um 17:30 im Café Goldegg einladen zu dürfen. Infos und Updates folgen!